Liudolfinger

OTTONEN/ LIUDOLFINGER/ KÖNIGSPFALZ WERLA

Daten und Ereignisse aus der Zeit  Heinrich I.

Heinrich I. aus der Familie der Liudolfinger
um 876- 02.07.936 Memleben (bestattet in Quedlinburg)

30.11.912 Herzog von Sachsen
12.05.919 König von Ostfranken

Vater Otto von Sachsen um 836- 30.11.912
Mutter Hadwig (Hathui) von Sachsen ?- 903 oder 906

1.Ehe um 900
Hatheburg von Merseburg ?
Sohn Thankmar von Sachsen um 900- 28.07.938

2. Ehe 909
Mathilde von Hamalat um 896- 14.03.968
1. Sohn Otto I. 23.11.912- 07.05.973
2. Tochter Gerberga 913/14- 05.05.968/69
3. Sohn Heinrich von Bayern ?.04.920/21- 01.11.955
4. Tochter Hadwig 922- nach 958
5. Sohn Brun von Köln ?.05.925- 10.10./11.11.965

912
Geburt von Sohn Otto am 23.November (Otto der Große). Vater Otto der Erlauchte stirbt am 30. November. Heinrich I. Herzog von Sachsen.

913
Geburt von Tochter Gerberga 913 oder 914.

914
Konflikt mit Konrad I. (?- 918) aus Franken, seit dem 10.11. 911 König von Ostfranken.

915
Konrad I. und Herzog Heinrich von Sachsen stehen sich mit ihren Heeren in Grona (bei Göttingen) gegenüber. Heinrich verhindert unausweichlichen Konflikt, förmliche Unterwerfung Heinrichs. Stillhalteabkommen mit Konrad I., der auf die direkte Ausübung der Königsherrschaft in Sachsen verzichtet.

916
Synode in Hohenaltheim, Konrad I. droht im Konflikt mit Schwaben und Bayern mit Kirchenstrafen.

917
König Konrad I. läßt Pfalzgraf Erchanger und Berthold von Schwaben hinrichten. Feldzug Konrad I. gegen Arnulf von Bayern (?- 14.07.937, Herzog seit 907) der aus dem Ungarnexil (seit 913) zurück ist. Schwere Verwundung Konrad I..

918
König Konrad I. stirbt am 23. Dezember.

919
Am 12. Mai, in Fritzlar, wird nach dem Willen Konrad I. mit fränkischer Unterstützung Herzog Heinrich von Sachsen zum König Heinrich I. von Ostfranken gewählt. Die Bayern rufen Arnulf zum Gegenkönig aus.

920
April 920 oder 21 Geburt von Sohn Heinrich (Herzog von Bayern).

921
Belagerung der Regensburg. Arnulf von Bayern unterwirft sich. Keine Unterdrückung von Seiten Heinrichs. Arnulf und Burkhard von Schwaben werden Freunde und Helfer
des ostfränkischen Königs. Bonner Vertrag zwischen Heinrich I. und Karl dem Einfältigen (?- 929) aus Westfranken, politische Trennung und Anerkennung ihres Besitzstandes (westfränkisches Reich, ostfränkisches Reich).

922
Geburt der Tochter Hadwig. Werla zentraler Ort der Königsmacht Heinrich I..

923
Unruhen im westfränkischen Reich um die Thronfolge.

924
Wahrscheinlich 924 und 25/26 schwere Ungarneinfälle in Sachsen.

925
Mai 925 Geburt von Sohn Brun (Brun von Köln). Lothringens Herzog Giselbert (?- 939) begibt sich unter die Herrschaft Heinrich I..

926
Heinrich I. zieht sich vor den Ungarn in die Pfalz Werla zurück (Wahrscheinlich 926, möglich auch 925). Festnahme einer für die Ungarn wichtigen Person (Fürst, Anführer). Heinrich I. handelt neunjährigen Waffenstillstand mit den Ungarn aus. Gegenleistung an die Ungarn, Tributzahlung und Freilassung des Ungarnfürsten. November Hoftag in Worms, Hauptthema die Ungarneinfälle, Burgenordnung Heinrich I..

927
Arnulf von Bayern weilt ab 927 mehrfach für längere Zeit bei Heinrich I. in Sachsen. Bemühungen zur Umsetzung der Beschlüsse des Wormser Hoftags.

928
Feldzüge gegen die heidnischen Elbslawen 928/29. Herzog Giselbert von Lothringen heiratet Heinrichs Tochter Gerberga. Heinrichs Sohn Otto verliebt sich in eine Schwester (Name nicht mehr bekannt) des hevellischen Slawenfürsten Tugumir, Gefangener Heinrichs. Aus dieser Liebesbeziehung entstammt Wilhelm (929- 968, Erzbischof von Mainz).

929
Feldzüge gegen Slawen (Daleminzier) in den Gebieten um Meißen und Dresden. Slawenaufstand endet mit der Schlacht bei Lenzen. Böhmen wird unter Druck tributpflichtig. Nach Widukind von Covey dienen die häufigen Feldzüge zur Erprobung des Heeres um in einer absehbaren Ungarnschlacht erfolgreich zu bestehen. Hausordnung Heinrich I. (u.a. Otto wird als  alleiniger Nachfolger seines Vaters bestimmt).

930
Sohn Otto heiratet Edgith von Wessex (um 912- 29.01.946). Enkelsohn Liudolf (um 930- 957) wird geboren.

931
Enkeltochter Liudgard (931- 953) wird geboren, Tochter von Otto und Edgith.

932
Heinrich I. nimmt an der Reichssynode in Erfurt teil, Rede vor dem Volk. Die regelmäßig anstehenden Tributzahlungen an die Ungarn werden von Heinrich I. verweigert.

933
Die Ungarn, die nach der Tributverweigerung in das Land einfallen, werden am 15. März in Riade an der Unstrut mit einer neuen Heeresstrategie und der Kraft aller ostfränkischen Stämme besiegt. Der Weg des Verzichts, der friedlichen Einigung, der Bündnistreue und Freundschaft unter Heinrich I. bringt den Erfolg. Festigung der ottonischen Herrschaft.

934
Unterwerfung von Kleinkönig Knut (Däne Knuba, Herrscher von Haithabu in Schleswig, archäologisch heute sehr bedeutend). Knut wird Christ, Haithabu von Heinrich I. zum Ostseehafen ausgebaut. Hugo von Burgund (?- 936) sucht die Freundschaft Heinrich I..

935
Dreikönigstreffen in Ivois am Chiers (Könige von Ostfranken, Westfranken und Burgund). Am Jahresende Schlaganfall Heinrich I. auf dem Weg zur Jagd in den Harz.

936
Hoftag in Erfurt von Heinrich I. einberufen, dort noch einmal eindringliche Empfehlung Heinrichs, Otto als seinen alleinigen Nachfolger anzuerkennen. Heinrich I. stirbt am 2. Juli in der Pfalz Memleben und wird in Quedlinburg bestattet. Am Sonntag 7. August wird Heinrichs Sohn Otto in Aachen zum König Otto I. von Ostfranken gewählt, der Beginn einer fast 37 jährigen Regierungszeit. Königin Mathilde richtet in Quedlinburg ein Frauenkloster ein.

WERLA
im 10. Jahrhundert

...auch die Geschichte
Heinrich I.
König von Ostfranken.

Die Sachsengeschichte
von Widukind von Corvey
erschien 967

...wie König Konrad I.
es befohlen hatte,
ging sein Bruder Eberhard 
zu Heinrich,
schloss Friede
und gewann seine Freundschaft,
die er treu und fest
bis zu seinem
Ende bewahrte.

...dann versammelte er 
die Führer und Adligen
des fränkischen Heeres
an einem Ort 
namens Frizlar 
und rief Heinrich 
vor dem Volk
der Franken und Sachsen
zum König aus.

Der Erzbischof bot ihm
Salbung und Krone an.

...es genügt mir,
dass ich wegen Gottes
Wohlwollen und eurer Huld
König genannt und 
dazu ausgerufen werde.
Salbung und Krone 
aber sollen Besseren
als mir zukommen,
eine so große Ehre
halten wir uns für
unwürdig. (Heinrich I.)
Widukind von Corvey
ca. 925- nach 973
Geschichtsschreiber
(enge Beziehung zu Otto I.)
wahrscheinlich aus
sächsischem Adel
Mönch im Kloster Corvey
(Höxter an der Weser)
Ostfranken
unter Heinrich I.
erstmals fällt der Name
Reich der Deutschen
(Recnum Teutonicorum)

Im 11. Jahrhundert
setzt sich der Name
Deutsches Königsreich durch
(für Ostfranken)
Ein Beginn 
der Deutschen
der durch die entschlossene 
Friedenspolitik Heinrich I.
geprägt war...

Gerd Althoff
in
DIE OTTONEN
Königsherrschaft ohne Staat
2000

Akzente eines Neubeginns
der Königsherrschaft
Heinrich I.

...geradezu abrupt
wandelten sich die
Verhältnisse
von einem endlosen Kampf
aller gegen alle
zu einer Zusammenarbeit
der wichtigsten
politischen Kräfte.

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